Schneller lesen - Irrtümer und Hinweise

Wer schneller lesen kann, hat mehr Freude am Lesen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, weil sie den Zusammenhang des Gelesenen erfassen und somit besser behalten können. Liest jemand sehr langsam, fällt es oft schwer, sich daran zu erinnern, was man am Anfang gelesen hat. Dies lässt sich mit einem Vergleich besser verständlich machen: Betrachtet jemand den Kölner Dom mit einen Lupe, wird diese Person zwar viele Details entdeckt haben, hat gleichzeitig aber kaum eine Vorstellung, worum es im Ganzen geht. Betrachtet man dieses riesige Bauwerk aus einer gewissen Distanz, sieht man doch noch alle wichtigen Elemente und zusätzlich kann man sie zu einem Ganzen zusammenfügen.

Wenn jemand die Fähigkeit erworben hat, schnell zu lesen, bedeutet dies nicht, dass jeder Text in demselben Tempo gelesen wird, sondern, dass das Lesetempo flexibel eingesetzt wird. Dies ist von der Schwierigkeit jedes Textes abhängig und individuell verschieden. So wird z.B. jemand, der sich auf Briefmarken spezialisiert hat, einen Text über Briefmarken sehr viel schneller lesen und verstehen können (die Fertigkeit, schnell lesen zu können, vorausgesetzt) als jemand, der sich noch nie für dieses Thema interessiert hat, weil entsprechend viel Vorwissen da ist. Dieser Briefmarken-Spezialist wird aber wahrscheinlich einen Text über das Weltall sehr viel langsamer lesen müssen, sollten diesbezüglich nur wenige Vorkenntnisse vorhanden sein.

Oft kursiert (sogar unter Pädagogen) ein Irrtum, nämlich die Annahme, dass jemand, der viel lese, auch schneller lese als jemand, der wenig lese. Oder dass man mit viel Lesen das Lesetempo steigern könne. Richtig ist, dass jemand, der viel liest, zwar einen leichteren Zugang zum Lesen hat. Aber bezüglich Tempo wird vor allem das aktuelle Lesetempo trainiert – und bei einer langsam lesenden Person «zementiert», weil sie ja ständig dasselbe «Fehlverhalten» übt.

Ein ebenfalls weit verbreiteter Irrtum ist der, dass jemand, der schnell liest, oberflächlich, also diagonal lese. Das kann zwar so sein, dann spricht man aber von Querlesen und nicht von Schnelllesen. Wer schnell liest, erfasst den gesamten Text und nicht nur Teile davon.

Rinaldo Manferdini, Schnelllesetrainer

Schneller lesen - Band 2

Durch Steigerung des Lesetempos zu besserem Textverständnis

 

 

Band 2 des Schnelllese-Trainings für ältere Kinder

Wer sein Lesetempo nicht anpassen, also mal schneller und mal langsamer lesen kann, ist dazu gezwungen, jeden Text, unabhängig vom Schwierigkeitsgrad, in ein und demselben Tempo zu erlesen.

(Richtiges) schnelles Lesen führt keineswegs zu ungenauem Lesen, ganz im Gegenteil: Es ist die Grundlage für Textverständnis und langfristige Lesemotivation. Das lässt sich unschwer erkennen, wenn man Lesende oder sich selbst beim Lesen betrachtet.

Das jeweilige Lesetempo hängt maßgeblich von den Automatismen des inneren Mitsprechens und der Augenbewegungen ab. Diese Automatismen lassen sich trainieren - und Lesekompetenz und -tempo damit erhöhen. 

Genau hier setzt das Training des schnellen Lesens an. Mit seit Jahren erprobten Übungen werden das innere Mitsprechen überwunden, das rasche Erkennen von Wortbildern gefördert und damit das Lesetempo gesteigert – ein wichtiger Schritt hin zu echter Lesekompetenz.

  • Kopierfähige Unterrichtsmaterialien
  • Einsetzbar in der Sekundarstufe
  • Geeignet für spielerisches Arbeiten in einem individualisierten Leseunterricht

 

Lernziele: 

  • Steigern des Lesetempos durch Training des stillen Lesens
  • Überwinden von Lese-Bremsen
  • Besseres Textverständnis dank flexiblem Lesetempo

 

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