18.08.14

Neuerscheinung: „Finde das wichtige Wort!“

Eine alternative Hinführung zur Großschreibung: Das satzbezogene Konzept mit Übungen, Spielen, Erklärungen und Hintergrundwissen für die 2./3. Klasse


Finde das wichtige Wort!

 

Wozu braucht es einen alternativen Weg zur Großschreibung?

„Die Grundregel lautet, dass Substantive (Nomen, Hauptwörter), Satzanfänge und Eigennamen mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben werden. Schwierigkeiten können dadurch entstehen, dass nicht immer klar zu erkennen ist, ob ein Substantiv, ein Satzanfang oder ein Eigenname vorliegt.“

So steht es auch noch in der 26. Ausgabe des Dudens zur deutschen Rechtschreibung von 2013 – und damit wird in Worten, die knapper nicht ausfallen könnten, genau die Schwierigkeit geschildert, in der sich Lehrende und Lernende seit Jahrhunderten befinden: Bis heute wird die Großschreibung hauptsächlich nach dem wortartbezogenen Konzept unterrichtet, das die Kinder lehrt, „nur Namenwörter großzuschreiben und alle anderen Wortarten klein“. In dem durchaus nachvollziehbaren Bemühen, den Schreibanfängern eine möglichst kurze und leicht verständliche Hilfestellung zu geben, ignoriert man jedoch wider besseres Wissen zwei grundlegende Schwierigkeiten, denn:

1.     Es stimmt eigentlich nicht, dass nur Substantive Substantive (also diejenigen Wörter, die im lexikalischen Sinne als Substantive gelten und oft landläufig als „Nomen“ bezeichnet werden) von der Großschreibung betroffen sind. Vielmehr können bzw. müssen alle Wortarten großgeschrieben werden, wenn sie eine bestimmte Funktion im Satz innehaben (man spricht dann gemeinhin von „Substantivierungen“).

2.     Das Erkennen von Substantiven ist – wie auch der Duden bekennt – oftmals schwierig. Vor allem aber greifen im Grunde sämtliche Hinweise, die gerade den Anfängern gegeben werden, zu kurz und treffen auf sehr viele Wörter nicht zu, sei es die Artikelprobe oder der Tipp mit dem „Sehen“ und „Anfassen“.

Eine andere Herangehensweise an die so fehlerträchtige Großschreibung bietet der satzbezogene Ansatz, der seit einigen Jahrzehnten vermehrt in den Fokus rückt. Namhafte Sprachwissenschaftler wie Wolfhard Kluge, Peter Eisenberg, Utz Maas, Hartmut Günther, Christa Röber und andere weisen darauf hin, dass die Großschreibung eigentlich nicht durch die Wortart definiert sein kann, sondern an den Satz gebunden ist: Große Anfangsbuchstaben sind Mittel zur Strukturierung eines Textes, sie kennzeichnen „wichtige“ Wörter und erleichtern dem Leser, den Sinn des Geschriebenen schnell zu erfassen. Diese “wichtigen“ Wörter, die allen Wortarten angehören können, stehen regelhaft an bestimmten Stellen innerhalb eines Satzes, nämlich am Ende bzw. am rechten Rand eines Satzgliedes. Sie bilden die Kerne der Satzglieder und sind in dieser Eigenschaft auch schon für Grundschulkinder als großzuschreibende Wörter zuverlässig identifizierbar.

Das nun vorliegende Heft stellt ein Aufgaben-Curriculum bereit, mit dem Kinder ab der zweiten Klasse schrittweise an die satzbezogenen Regularitäten der Großschreibung herangeführt werden können. Ziel ist, dem Kind einen alternativen Weg aufzuzeigen und eine Möglichkeit zu bieten, mithilfe von verlässlichen Regeln den Kernbereich der Großschreibung durchschaubar zu machen. Es soll das neu erworbene Wissen zur Absicherung und Kontrolle des bereits im Unterricht Gelernten verwenden können, aber auch zu einem erweiterten, tieferen Verständnis der deutschen Sprache kommen dürfen.

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